Michael Wagner, MdL:"Der Kampf für den Erhalt der Galeria Kaufhof in Sepyer geht weiter"

22.06.2020

Mit Schreiben vom 25. Mai hatten sich Johannes Steiniger und ich mit dem eindringlichen Appell an die Galeria Karstadt Kaufhof-Zentrale in Essen gewandt, die Speyerer Filiale nicht zu schließen. Mit der Schließung würden viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren und Speyer stünde ohne sog. Ankermieter mit überdurchschnittlicher Anziehungskraft auf Kunden da. Darüber hinaus ist GALERIA (Kaufhof) so zentral gelegen, gehört seit Jahrzehnten zu Speyer und fungiert dabei als Magnetbetrieb. Speyer ist ohne GALERIA (Kaufhof) einfach nicht denkbar, so unsere Argumentation.

Wir erhielten nun Post aus Essen. Darin teilt die Konzernspitze mit, dass die Folgen der Pandemie sehr hart getroffen habe. Galeria Karstadt Kaufhof habe während der Zeit der Komplettschließung mehr als eine halbe Milliarde Euro verloren. Und auch die teilweise mögliche Öffnung auf jeweils 800 Quadratmetern habe trotz der vielen lokalen Ideen und Services auf reduzierten Flächen aufgrund der unverändert sehr schwachen Kundenfrequenz die Situation nicht entscheidend verbessert. Die Umsätze der letzten 8 Wochen, darunter das wichtige Ostergeschäft, fehlten und dieser Rückstand sei auch nicht aufzuholen. Insgesamt dürfte sich der Umsatzverlust auf bis zu einer Milliarde Euro erhöhen.

Es zeichne sich ab, dass die Corona-Pandemie Galeria Karstadt Kaufhof mitten in der Zusammenführung nicht nur sehr hart getroffen habe, sondern auch langfristig negativ auf die Kundenfrequenz und Umsätze auswirken werde. Um das Unternehmen unter diesen neuen beschriebenen Rahmenbedingungen nachhaltig gesund aufzustellen, werde es - neben vielen anderen teilweise einschneidenden Maßnahmen - leider auch zu Standortschließungen und dementsprechend auch einem Arbeitplatzabbau kommen müssen.

Derzeit entstehe ein Sanierungsplan, der bis Ende Juni 2020 fertig gestellt und allen relevanten Stakeholdern vorgestellt werde. Da zur Zeit noch keine Informationen bezüglich der konkreten Ausgestaltung des Sanierungsplans vorliegen, können wir leider keine Aussage treffen, welche Standorte in welchem Umfang von den Schließungen betroffen sein werden.

Johannes und ich wollen allerdings die Hoffnung nicht aufgeben. Es gibt sehr gute Gründe, den Standort Speyer zu erhalten. Im Einzugsbereich von 30 km gibt es nur einen weiteren Standort in Mannheim. Auch hat sich das Einkaufsverhalten der Kunden aus dem unmittelbar benachbarten Land Baden-Württemberg in den zurückliegenden Jahren geändert. Orientierte man sich früher beim Einkauf mehr in Richtung Heidelberg/Mannheim, so steuert man heute in der Regel Speyer an. Dies bezeugt auch die IHK-Standort-Umfrage aus dem Jahr 2018. Dabei schneidet Speyer mit der Durchschnittsnote 2,4 neben Landau am besten ab. Besonders gut werden Lage, Verkehrsanbindung und die „weichen“ Standortfaktoren mit den Top-Noten bei Attraktivität der Innenstadt und Lebensqualität (je 1,8) beurteilt. Dies sind beste Voraussetzungen, um den Standort in Speyer zu erhalten. Galeria Kaufhof gehört zu Speyer und darf nicht geschlossen werden.