Kleine Anfrage: Ambroisa im Wahlkreis 38

Bereits zum zweiten Mal beschäftige ich mich mit der "Ambrosia-Thematik".

10.10.2019

War es im Juli 2013 die Fernsehsendung "Report Mainz", die mich auf die Problematik aufmerksam machte und damals zu einem CDU-Antrag im Speyerer Stadtrat führte, so war es jüngst eine Berichterstattung der RHEINPFALZ (04.10.2019), die mich nun eine Kleine Anfrage an die Landesregierung stellen lässt, insbesondere deshalb, weil dem RHEINPFALZ-Bericht zufolge mit der Ausbreitung der Pflanze an der B 9 auch mein Wahlkreis betroffen ist. Hier besteht dringender Informations- und Handlungsbedarf seitens der Landesregierung.

Als hochallergene Pflanze stellt Ambrosia insbesondere für Allergiker ein hohes Risiko dar. Doch auch wer bisher keine Allergien gezeigt hat, sollte versuchen, den Kontakt mit der Ambrosia-Pflanze zu vermeiden. Bis zu acht Millionen Menschen sind in Deutschland potenziell betroffen. Einer Studie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung und des AllergieZentrums der Ludwig-Maximilians-Universität München sind die Gesundheitsfolgen und die damit einhergehenden Behandlungskosten beträchtlich. Demnach könnten Therapien und Arbeitsausfälle durch Ambrosia in Deutschland Hunderte Millionen Euro pro Jahr kosten.

Ambrosiapollen sind starke Allergene. Sie können zu Heuschnupfen und Asthma führen. Je nach Einwirkungsintensität können auch noch nicht allergische Menschen sensibilisiert werden. Für bereits von einer Allergie gegen heimische Pollen Betroffene kann sich bei einer Ausweitung auf Ambrosiapollen die saisonale Leidenszeit um bis zu zwei Monate verlängern, da die Pflanze später als die meisten heimischen Arten blüht. Es sind Kreuzallergien mit Melonen und Bananen möglich. Hinsichtlich des Allergisierungsgrades der bayerischen Bevölkerung gegenüber Ambrosia wurde vom bayerischen Gesundheitsministerium ein Forschungsauftrag vergeben. Auch außerhalb der Blühphase besteht bei Berührung der Pflanze die Gefahr einer Hautentzündung (Kontaktdermatitis), sind Schutzhandschuhe bei der Entfernung ratsam. (https://www.stmgp.bayern.de/…/umwelte…/ambrosia-bekaempfung/)

K l e i n e A n f r a g e

des Abgeordneten Michael Wagner (CDU)

“Ambrosia-Vorkommen” im Wahlkreis 38 (Speyer, Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen, Schifferstadt)

Die beifußblättrige Ambrosie, kurz Beifuß-Ambrosie genannt, ist eine ursprünglich aus Nordamerika stammende Pflanzenart, die sich in weiten Teilen Europas ausgebreitet hat. Die Pollen der Beifuß-Ambrosie zählen zu den stärksten Allergie-Auslösern. Sie können zu schweren heuschnupfenartigen Symptomen oder gar zu Asthma führen. Schon kleinste Pollenmengen reichen für eine Reaktion aus. Das Umweltbundesamt geht davon aus, dass das Allergiepotenzial ausgehend von der Ambrosia-Pflanz fünfmal höher ist, als bei gewöhnlichen Gräserpollen. Selbst ein geringer Handkontakt reicht laut Medienberichten des deutschen Allergie- Asthmabundes für eine potenzielle kontaktallergische Reaktion aus. Begünstigt durch den Klimawandel hat sich laut Berichterstattung der „Rheinpfalz“ vom 04.10.2019 (https://www.rheinpfalz.de/…/zaeher-kampf-gegen-das-allerg…/…) die Ambrosia-Pflanze vor allem zwischen Frankenthal und Germersheim entlang der Bundestraße 9 ausgebreitet. Entsprechend der rheinland-pfälzischen Meldeplattform “Artenfinder” (https://artenfinder.rlp.de/artensuche) wurden seit dem Jahr 2011 alleine in diesem Gebiet rund 300 Standorte gesichert, wo sich der Pflanzbewuchs bemerkbar gemacht hat.


Vor diesem Hintergrund frage ich die Landesregierung:


1. An welchen konkreten Standorten konnte im Wahlkreis 38 (Speyer, Verbandsgemeinde Römberberg-Dudenhofen, Schifferstadt) ein Ambrosia-Bewuchs festgestellt werden? (Falls möglich, bitte in abstufender Reihenfolge, nach jeweiliger Mengen- und Intensivitätsstufe auflisten.)

2. Welche Erkenntnisse liegen der Landesregierung bezüglich der in Rheinland-Pfalz vorkommenden Beifuß-Ambrosia vor?

3. Welche konkreten Gefahren gehen von der hiesigen Ambrosia-Population aus?

4. Welche Maßnahmen hat die Landesregierung gegen die Vermehrung der Pflanzenpopulation bereits ergriffen oder möchte sie ergreifen? Gibt es eine landesweite Strategie zur Bekämpfung der Beifuß-Ambrosia?

5. Wenn ja, inwieweit wird die Kommunalverwaltung in die Bekämpfungsstrategie miteinbezogen?

6. Inwieweit informiert die Landesregierung die rheinland-pfälzische Bevölkerung über die jeweiligen Gefahren, die seitens der Ambrosia-Pflanze ausgehen und animiert sie zu präventiven Vorkehrungen?

7. Gibt es-, oder ist hierzu eine landesweite, -insbesondere auch von den Medien zu begleitende-, Kampagne geplant?