Michael Wagner fordert Wechselunterricht in Schulen

23.11.2020, 08:29 Uhr

Ich fordere ein Bekenntnis des Landes zum Wechselunterricht in den Schulen ein
Verzweifelte Hilferufe von Eltern schulpflichtiger Kinder, aber auch von Lehrern erreichen mich, in welchen ich darum gebeten werde, im Landtag darauf hinzuwirken, bis auf Weiteres zum erprobten "Notfallsystem" mit A- und B-Tagen (Hybrid- oder Wechselunterricht) zurückzukehren. Die aktuellen COVID-19-Fallzahlen in unserer Region sprechen eine eindeutige Sprache. Ich halte es daher für unverantwortlich, den Schulbetrieb in voller Klassenstärke aufrecht zu erhalten. Mich haben Fotos aus Schulen erreicht, die deutlich machen, dass die geforderten Hygieneabstände nicht eingehalten werden können. Das Infektionsrisiko für Schüler und Lehrer und damit auch für deren Familien ist unter den gegebenen Rahmenbedingungen nicht mehr vernünftig abzuwägen. Deshalb appelliere ich dringend an das Mainzer Bildungsministerium, sich für eine Mischung aus Präsenz- und Fernunterricht auszusprechen. Wir wollen die Schulen offen halten. Das ist und bleibt unser wichtiges Ziel. Wenn wir jetzt aber nicht handeln, werden wir demnächst vielleicht die Schulen gänzlich schließen müssen.

Ich ergänze: Wichtig: die Schulen bleiben geöffnet und werden nicht geschlossen. Die Schulen sollen aber die Möglichkeit bekommen, ab den 7. Klassen auch auf Wechselunterricht umzusteigen, wenn dies nach den örtlichen Gegebenheiten geboten und sinnvoll erscheint. Nach wie vor sehe ich im Präsenzunterricht die beste Alternative. Das Infektionsgeschehen zwingt jedoch zum Umdenken. Von den knapp 1.600 Schulen im Land sind aktuell ungefähr 230 ganz oder teilweise von Schließungen betroffen. Bevor es zu immer mehr Schließungen kommt, muss gehandelt werden. Die Schulen haben entsprechende Konzepte für einen Wechselunterricht entwickelt (so wurde mir dies auch mitgeteilt). Wie der Wechselunterricht gestaltet wird, wird den Schulen überlassen. Auch der Rhythmus des Wechsels zwischen Präsenz- und Heimunterricht. Ziel muss es sein, die Klassen zu verkleinern und damit das Risiko von Corona-Infektionen zu verringern. Dies entspricht im Übrigen den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Zudem werden mit dem Wechselunterricht die Probleme beim Schülertransport entschärft. Ganz aktuell: Rheinland-Pfalz will übrigens die Leitlinien für den Regelbetrieb der Kindertagesstätten anpassen, erklärte eine Sprecherin des Bildungsministeriums am Freitag nach einem Treffen der Kita-Spitzenverbände - also Trägern, Gewerkschaften und Eltern. Eltern müssten sich örtlich auf kürzere Öffnungszeiten einstellen. Das Infektionsgeschehen fordert seinen Tribut.