Offizielle Veranstaltung des Landtags Rheinland-Pfalz aus Anlass des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus in Osthofen

02.02.2020

in beklemmendes Gefühl der Enge und Angst beschlich mich in der ehemaligen Häftlingshalle der Gedenkstätte KZ Osthofen. Dorthin waren wir Mitglieder des Landtags Rheinland-Pfalz nach den Gedenkansprachen zur Kranzniederlegung gegangen.

In den Gebäuden einer ehemaligen Papierfabrik entstand kurz nach der Machtübernahme der NSDAP das KZ Osthofen, wo vom Frühjahr 1933 bis Sommer 1934 Gegner des NS-Regimes, allen voran Mitglieder der KPD, der SPD und Gewerkschafter, aber auch Angehörige des Zentrums, Juden, Zeugen Jehovas, Sinti und andere gefangen gehalten wurden.

Am Beispiel des ersten und sehr früh eingerichteten Konzentrationslagers des damaligen Volksstaates Hessens wird deutlich, was die Nationalsozialisten seit Beginn von Hitlers Amtszeit anstrebten: Die Ausschaltung der Gegner und Ausgrenzung ganzer Gruppen bis hin zur Vernichtung. Zwar wurde im KZ Osthofen in den 17 Monaten seines Bestehens noch kein Häftling ermordet, aber die Gefangenen wurden menschenunwürdig behandelt und misshandelt. Viele der Inhaftierten wurden nach der Schließung des Lagers erneut verfolgt, in andere Haftstätten und Lager verschleppt und dann später getötet. (Quelle: Gedenkstätte KZ Osthofen).

Uns Abgeordneten wurde wieder einmal drastisch vor Augen geführt, was Menschen anderen Menschen an Leid und Grausamkeiten zufügen können. Wir dürfen niemals aufhören, uns an diese entsetzlichen Grausamkeiten zu erinnern, um zu verhindern, dass so etwas jemals wieder passiert. Viele Zeitzeugen leben nicht mehr, und können nicht mehr zu uns sprechen. Deshalb müssen WIR sprechen. WIR müssen aufstehen und gegen Gleichgültigkeit und Verachtung aufbegehren.