Ökumenisches Gedenken an Edith Stein vor dem Bahnhof in Schifferstadt

25.08.2020

Patrick Poss, Beigeordneter aus Schifferstadt, und ich waren tief beeindruckt
"Dann segne meinen Schlaf, den Schlaf von allen Toten," so war es am 7. August vergangener Woche aus einem von Edith Stein verfassten Segensgebet vor dem Bahnhof in Schifferstadt zu hören. Etwa 40 Personen, darunter Patrick Poss und ich, waren gekommen, um an den 7. August 1942 und damit an das letzte Lebenszeichen von Edith Stein zu erinnern.

Zusammen mit ihrer Schwester Rosa wurde Edith Stein, die sich 6 Monate nach ihrem Eintritt in den Karmel den Ordensnamen "Teresia Benedicta a cruce" zulegte, zunächst in das Polizeilager Amersfoort und dann zum Durchgangslager Westerbork gebracht, wo sie am 4. August 1942 eintrafen. Vor hier aus wurden sie am 7. August mit der Reichsbahn in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und dort am 9. August 1942 in der Gaskammer ermordet. Ein letztes Lebenszeichen von Edith Stein stammt vom Bahnhof Schifferstadt, wo der Transport am 7. August gegen 13 Uhr kurz hielt.
Patrick Poss und ich waren tief beeindruckt von dem Gedenken an Edith Stein. "Wir müssen alles daran setzen, damit sich der Schrecken nie wiederholt, " so mein Kreisvorsitzenderkollege Patrick Poss. "Auch wenn es bald keine Zeitzeugen mehr gibt, muss die Erinnerung an den Holocaust lebendig gehalten werden. Einen Schlussstrich nach 75 Jahren Befreiung von Ausschwitz kann es nicht geben."
Ich selbst sprach mich dafür aus, verpflichtende Gedenkstättenbesuche in die Lehrpläne aufzunehmen und diese im Unterricht entsprechend vor- und nachzubereiten. In der Gedenkkultur zeigt sich unsere demokratische Reife. Zu Edith Stein habe ich von jeher durch meine Aufenthalte im Kloster St. Magdalena oder auch im Dom zu Speyer eine besondere Beziehung. Sehr gerne erinnere ich mich vor allem an die Heiligsprechung von Edith Stein durch Papst Johannes Paul II am 11. Oktober 1998 vor dem Petersdom in Rom erinnert. Als damaliger Vorsitzender des Speyerer Domchors, der das Pontifikalamt mit dem Papst musikalisch begleitete, konnte er die Heiligsprechung vor mehreren zehntausend Menschen aus allernächster Nähe verfolgen.